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Ἦρος ἄγγελος ἱμερόφωνος ἀήδων
Sappho 6.Jh.v.Chr. (Des Frühlings Botin mit sehnsuchtsvoller Stimme die Nachtigall)

Montag, 16. Januar 2012

Athen, erster Aufenthalt

aus Tagebuch Nr. 19

                                 Im Flugzeug in München, 31.12.89
Da bin ich - nach langer Erwartung, wie immer sehr unbestimmt und in den letzten Tagen eher Angst - vor allem in den Nächten: der Innenraum des Flugzeugs - ich lasse mich auf etwas ein, wo ich nicht aussteigen kann. Es wird eng hier in dem langen niedrigen Raum,  so viele Menschen gedrängt - heute Morgen, noch mitten in der Nacht nach dem Abschied von Hille - warten, ruhig im Flugzeug vorn in der 3.Reihe, das war angenehm - kurze Anspannung beim Aufsteigen - schnell über die Wolkendecke, aber darüber nichts, kein Blick auf die Ebene, den Odenwald. Kurz vor München wurde es im Osten über dem Wolkenmeer etwas hell. Jetzt zum zweiten Start; die beiden Frauen neben mir haben die Augen geschlossen - ob man so besser übersteht? Meine Gefühle sind sehr zurückhaltend - abwarten, nicht viel denken. Im Warteraum eben ein Mann mit siebenjährigem Sohn, Iraner, wir sprachen italienisch.
Es ist auch schön, ja, jetzt über den Alpen, leider sind die Fenster sehr klein und da ich wegen meiner Phobie am Gang sitzen muss, schaue ich rechts und links jeweils über zwei Nachbarinnen. Bei 850km/h und einer Höhe von 9000m ändert sich das Bild nur allmählich, nur wenn sich das Flugzeug zur Seite neigt, schaut man tief nach unten. Störend ist das geschäftige Treiben im Flugzeug - schon wieder Frühstück und Kaffee und zollfreies Einkaufen. Über Jugoslawien ein ganz anderes Bild: langgezogene Grate und Senken mit Nebel. Sarajewo. Saloniki. Nordgriechenland. Ein Wolkenmeer unter der Sonne wie ein riesiges Schneefeld - nur der Olymp ragt darüber hinaus. Als wir in Athen landen, bekreuzigt sich eine ältere griechische Frau.
Gegen Abend, mein erster griechischer Kaffee in der Plaka. Es ist kalt und ich glaube, dass ich den Jahreswechsel erst diesmal überschlafe.

                                 1.1.90
Es ist kalt - ich wollte erst gar nicht aus dem Bett, wollte weg sein. Der Himmel ist grauschwarz, aber dann ging ich doch los, durch menschenleere Gassen. Aus einer kleinen Kirche wurden Gesänge mit Lautsprechern auf die Straße übertragen. An der Agora vorbei zur Pnyx. Ob die alten Athener hier auch bei solchem Wetter ganztägige Volksversammlungen abhielten? Ich stieg nicht auf den Philopapposhügel, weil es mir zu kalt war und die Aussicht zu trübe. Im Schutz des Hügels war es wärmer. Ich ging also in Richtung zum Meer, zum Piräus - zuletzt noch, weil es sich doch wider Erwarten endlos hinzog durch kahle Straßen, mit Bus nach einem „Gespräch“ mit einer älteren Frau an der Haltestelle. An den Bäumen hängen Orangen - kaum zu glauben. Olivenbäume, Eukalyptus u.a. Im Hafen an der Aktí Miaoúli lagen Riesenfährschiffe mit offener Einfahrt wie schwimmende Parkhäuser. In einem Café lauter dunkle Männer, ein griechischer Kaffee und Musik - das tat mir gut.

                                
                                 2.Januar
In der Athinas-Straße
Um zu schreiben, muss ich mir erst die Finger wärmen - mit einem griechischen Kaffee (60GRD!) an der Plateia Omonoia, also in der Nähe meines  Hotels, beginnt meine erste „Besichtigung“, die Agora, zu deren Ausgrabung die USA ein ganzes Stadtviertel abgeräumt haben, mit entsprechenden Protesten. Was hier einmal geschah! Geschäfte, Leute, Reden, Hektik ist jetzt in ganzen Stadtvierteln außerhalb. Gleich vom Eingang weg bis zum Monastiraki der Flohmarkt und dann in der Nähe des Hotels in der Athinas-Straße um die großen Markthallen herum. Die Straßen bieten ein anderes Bild als ich es von allen Großstädten kenne, von deutschen Städten ganz zu schweigen: kleine, kleinste Häuser neben Riesenkästen, alte, moderne, Flitter neben ganz Verfallenem, dunkle einräumige Werkstätten, manchmal im Keller neben feinen Läden. Die Leute hier wirken wach und gelassen.
                                          abends
Die Nachmittagswanderungen sind anstrengend, gegen fünf wird es dunkel, auf den breiten Straßen herrscht ein Wahnsinnsverkehr. Gestern Abend ein Fahrradfahrer, ohne Licht, mittendrin - bei uns ein Todeskandidat. Ich laufe von der Uni zur Straße des 28.Oktober, weit hinaus, und die Straße des 3.September zurück - zwischendurch eine Tiropitta und - daran konnte ich nicht einfach vorbeigehen - eine Crèpe au sucre, me zacari). Dieses Viertel ist mondäner, mit vielen großen Geschäften, Buchläden und auch einem Musikgeschäft mit Noten - z.Zt. alles geschlossen, aber später - und dann heute auch einige Kinos, was ich gestern vergeblich suchte. Dafür fand ich etwa sechs kleine Theater; bei meinen geringen Sprachkenntnissen schien mir das jedoch eine Verschwendung - vielleicht nächste Woche.
Heute bin ich hier im Asty einen polnischen Film sehen: Μικρή ερωτική ιστορία, von Kislοfski, nach dem Publikum zu urteilen, das eben herankommt, sicher ein guter Film, ich hoffe, dass ich etwas verstehe. Ein lyrischer Film ohne viele Worte, und die in Polnisch, griechisch untertitelt - das ist gut für Anfänger mit einem Hang zur Schrift; ein griechischer Kurzfilm am Anfang war schon viel schwieriger. Gestern, als im Bus vom Piräus nach Athen ein alter Mann rauchte, hielt der junge Busfahrer an und ließ eine Schimpfsalve auf ihn los, kaum eine Sekunde lang - das wirst du nie verstehen diese Sprache, dachte ich. Der Film hat mich sehr betroffen und wohl nicht nur mich - als wäre es eine Geschichte aus meinem Leben - danach ging mir eins von den südamerikanischen Liedern, die ich mit Susanne spiele, nicht mehr aus dem Kopf.
Eben las ich mein römisches Tagebuch - sehr intensive Erinnerung an einzelne Wanderungen - da wankte mein Stuhl, der Boden - ein furchtbarer Schreck! Im fünften Stock eines wohl nicht sehr soliden Hauses! So hatte ich das noch nie erlebt. Ich konnte nicht bleiben, zog mich wieder an und ging. Unten in der Bar und in der Rezeption hatte niemand etwas merken wollen - ich ging einige Zeit durch die Straßen und trank dann in der Bar einen Kaffee - ich muss die Angst verdrängen, wie schon im Flugzeug.

                                  
                                 Donnerstag, 3.Januar
Immer bin ich noch zuerst enttäuscht, wenn mir einer „nä“(ναί) sagt, dann erst schalte ich und merke, dass meine Frage bejaht, meine Bitte nicht abgeschlagen wurde. Die Nacht habe ich überstanden, wenn auch schlecht - in den Zeitungen standen übrigens doch große Berichte über das Erdbeben abends mit Stärke 5 auf der Richterskala.
Das Frühstück habe ich verpasst, meine Uhr ging nach - kein guter Anfang, vor allem für eine so gewaltige Unternehmung wie den Besuch des Nationalmuseums den ganzen Tag. Jetzt sitze ich im Café des Museums, nachdem ich das Erdgeschoss durchwandert habe.
Da ist auch der Krater, den ich so oft kopierte: Prothesis einer jungen Frau mit Trauernden – dahinter sind zwei Reiter und Männer des Trauerzugs (etwa 80cm). Einen Brautzug habe ich noch nicht gefunden, aber vom Ende des 5.Jh. gibt es mehrere Darstellungen auf Loutrophoren und Lebes.
Ich versuche, die Straße zur Akademie zu gehen. Die Straße ist eine Fußgängerstraße, neu angelegt. Auf einem anderen Hügel sehe ich eine byzantinische Kirche, es ist die Kirche des hl. Milianós, 1953 erbaut, mit Bruchstein und die Architekturformen mit Backstein.
weiter

Montag, 10. Oktober 2011

diario III /IV/V 1963 - Sommer 1964

Als ich Zeit hatte, 
das heißt nach meiner Pensionierung, 
gab ich den ersten Teil meiner Tagebücher, 
von 1962 - 1968, als Buch heraus 
und schenkte es an Freunde.
Hier nun das dritte, vierte und fünfte der "blauen Bücher"

III(Schluss)

                                                         24.XI. 63
     Meteor

Vom roten Leib des Eins
gelöst, entbunden in Wehen
getrennt vom Herde des Scheins
umher ins Dämmern gehen

Das Bild der Lichtung fern
bist du im Ganzen
                                                
                                               27.XI. 63
<Et La Bruyère nous dit que c'est tout: Être près des gens qu'on aime, leur parler point, tout est égal. - Il a raison; c'est le seul bonheur, ajouta M. de Scharlus d'une voix mélancolique; et ce bonheur-là, hélas, la vie est si mal arrangée qu'on le goûte bien rarement; Mme de Sévigné a été en somme moins à plaindre que d'autres. Elle a passé une grande partie de sa vie auprès de ce qu'elle aimait.
- Tu oublies que c'était pas de l'amour, c'était de sa fille qu'il s'agissait.
- Mais l'important dans la vie n'est pas ce qu'on aime, reprit-il d'un ton compétent, péremptoire être presque tranchant, c'est d'aimer. Ce que ressentait Mme de Sévigné pour sa fille peut prétendre beaucoup plus justement ressembler à la passion que Racine dépeinte dans Andromaque ou dans Phèdre, que les banales relations que le jeune Sévigné avait avec ses maîtresses. De même, l'amour de tel mystique pour son Dieu. Les démarcations trop étroites que nous traçons autour de l'amour viennent seulement de notre grande ignorance de la vie.>
       M.Proust, A l'ombre des jeunes filles en fleurs (76)

Das Gefühl, dass du um mich bist, als geschlossene Landschaft, als Mensch - als Musik - und dann Deine greifbare Form im Relief des Halbmondes.


      
      Tagmond
In Deinem Kreis bin ich
Du auch im kalten Blau
ein Halbmond nicht genau
ein weicher Bug in sich
oh alle Skalen des Rot
Nicht Mitte - überall du
in jeder Rundung ein Boot
verwandelt weiß was rot
ist Mond und Welt und Du.
                                                 1.1.64

        Am Aktentisch

Da hab ich den ganzen Tag dekretiert
Und es hätte mich fast wie so manchen verführt:
Ich spürte das kleine dumme Vergnügen
Was abzumachen, was fertigzukriegen.
                                                 Th.Storm
                                                
                                               im Zug, 5.1.64
  Liegende (Detail)

Ein steiler Flug im Arm
dann Wende jäh zurück -
ein Hieroglyph von Glück
verborgene Oase der Föhren
Ausgleiten, heimliche Küste
der Ruhe mit fernen Chören -
Kreis vor den Wellen der Brüste
                                                
                                                             7.I.64

Er wehte sich über die Stirn: Am Abend, als ich ausging, schien ich mir noch des Schmerzes wert. Nun mag ich unter Farren liegen, die Stämme anschielen und überall die Fläche sehen.                   Rönne

IV                                          
                                               17.1.64
Faust
<Je respire et je vois ... Mais ce qu'il y a peut-être de plus présent dans la présence, c'est ceci: Je touche ... (Il frappe le bras du banc sur lequel il est assis.) Et d'un seul coup, je trouve et je crée le réel ... Ma main se sent touchée aussi bien  qu'elle touche. Réel veut dire cela. Et rien de plus.>

Lust (derrière lui, à demi voix)
<Il parle, et je parle; et nos paroles ne s'échangent point. Et cependant, il ne se peut qu'il n'y ait entre ce qu'il ressent et ce que je sens moi- même une ressemblance ... vivante. L'heure est trop mûre, trop chargée des fruits mûrs d'un jour de pleine splendeur pour qu'il se puisse que deux êtres, même si différents, ne soient pas mêmement à bout de leur résistance à la force des choses ... Mêmement.
                                                 Paul Valéry

carmen supinum (Sidonius Apollinaris, Ep.IX 4)

<Roma tibi subito motibus ibit amor>

                                               30. I

         Nachts

Mond - immer wieder,
rot oder kalt
auch Insel immer wieder
Meer und Basalt
in den Deichen geheim
der Stille und jedes in Lieder
aus Mond und aus Reim

Der Mensch vergisst die Sorgen aus dem Geiste,
Der Frühling aber blüht.
                                                 Fr.Hölderlin

Da ich ein Knabe war,
  Rettet' ein Gott mich oft
    Vom Geschrei und der Rute der Menschen,
      Da spielt ich sicher und gut
         Mit den Blumen des Hains,
             Und die Lüftchen des Himmels
                Spielten mit mir.
                              Fr.Hölderlin

                                                 München, 24.II.64

Nachgeben: nicht fliehen, sich den überschweren, nichtigen Eindrücken durch Abreise entziehen, sondern durchhalten, supporter, wie die Caryatide tombée, sich unter dem Druck des Außen auf letzten inneren Zusammenbruch zurückziehen und so aushalten, unpathetisch - ernst. Es hilft mir ein wenig, jetzt Rilke in mir zu haben, so tief in mir, so abgedrängt und durch das lange Schweigen versickert, dass er schon anonym wird. Einiges ziehe ich wieder hervor aus seiner Biographie, so besonders das Pariserlebnis, das ihm zuerst so unerträglich war. Irgendwo ist eine Gemeinsamkeit, die mich beruhigt, trotz der sehr großen Verschiedenheit. Allein das Gefühl, dass er und auch einige andere (Hölderlin besonders) ausgehalten haben, gibt mir ein wenig Kraft - dann aber auch: Du. Als ich wegfuhr, heute Morgen von Bonn, kamst Du mir immer näher, je weiter ich fuhr. Ich habe keine Photos mitgenommen, sie stellen Dich zu sehr nach außen; aber ich habe Briefe mitgenommen und wenn ich die Schrift sehe und einige Sätze - ganz beliebige - lese, bist Du in mir lebendig. Dann habe ich Dich so lieb und Du bist mir so nötig und Du wirst es noch weiter sein (obwohl das für mich so gefährlich ist). Ich möchte, dass Du mich "groß" siehst, auf meine eigentümliche Art groß, und dass ich Dir etwas bedeute.


Sage deinem Herzen, dass man vergebens den Frieden außer sich suche, wenn man ihn nicht sich selbst giebt.             
              Hölderlin, Hyperion-Fragment

                                                 Bonn, 1.3.64

               Enharmonik
Rhythmen des Wahns enorm
geballt in den Nachtgewalten -
und irgendwo doch, verhalten
Möwen, schwer wie bei Storm.

Endlos weben die Schauer
jeden Laut  monoton
ins Grau und auch, nicht genauer:

Unendlicher Rausch im Flug
durch Skalen der Erde, ohne
Schwere verhallt und Bug.

Zitronen hart um Storm
und Strom verdichtet klingen
metallen kalt und singen
hinauf den Saft in der Form.

Mittwoch, 14. September 2011

μάνα μου Ελλάς Griechenland


Weihrelief an Athene,     5.Jh. v.Chr.
Athen, Akropolismuseum




Wenn ich griechische Kunstwerke wie dieses    betrachte oder in Homers Odyssee lese, komme ich nicht umhin, an die gegenwärtige Situation Griechenlands zu denken, das Geschrei der Finanzmärkte, die, als wären es leibhaftige Menschen, „verunsichert“ seien, die man „bei Laune“ halten müsse, die „sensibel reagieren“ usw. Wer ist das eigentlich, diese Finanz- oder auch Kapitalmärkte und wer hat ihnen eine solche Stellung in der Welt zugeteilt, dass sich alle Staaten und Politiker ihren neurotischen Gefühlsschwankungen unterordnen – PolitikerInnen, denen durch unsere Wahlen die Macht zugeteilt wurde, Regeln und Bedingungen des Zusammenlebens, also auch der Märkte zu gestalten.
In den letzten Jahren jedoch wird immer offensichtlicher, dass das unkontrollierte, unverantwortliche Handeln der europäischen Großbanken immer katastrophalere Situationen schafft: Sie vergeben Kredite, auch wenn nicht mehr klar ist, ob sie zurückgezahlt werden können, umso mehr, wenn durch spekulative Aktivitäten und Äußerungen von Finanzmanagern die Zinsen immer mehr in die Höhe getrieben werden. Dann aber, wenn durch Zahlungsausfälle Verluste drohen, müssen die Staaten herhalten, weil ja Politiker ihren Bevölkerungen gegenüber in der Verantwortung stehen und nicht einfach einen Staat bankrott erklären können, auch nicht in Form einer „geordneten Insolvenz“, wie sie Wirtschaftsminister Rösler (FDP), ganz in der Art eines Finanzmanagers, für Griechenland „angedacht“ hat (Bergsträßer Anzeiger, 13.9.11), wohl wissend, dass er damit die „Märkte“ nur noch weiter anheizt.  Aber ihm und seinem CSU-Kollegen geht es ja nicht so sehr darum, was vielleicht die Menschen in Griechenland von ihm und von dem von ihm vertretenen Land halten, ihm geht es wohl mehr darum, Stimmen bei den anstehenden Wahlen für die FDP zu gewinnen bei Wählern, die denken sollen, „warum soll ich ehrlicher Mensch bezahlen für meinen Nachbarn, der Geld verschwendet und sich dabei hoch verschuldet“.
Was habe ich denn nun für Griechenland eigentlich bezahlt, frage ich mich und finde eigentlich nichts Genaues, ja doch, wir waren ja vier Wochen in Griechenland, eine lange Reise von Thessaloniki bis Athen, haben reichlich für Essen und Trinken und für Unterkunft und alles Mögliche bezahlt, so z. B. auch für das neue hervorragend gestaltete Akropolismuseum – ja dort zahlten wir, als Rentner wohlgemerkt, sage und schreibe drei Euro pro Person Eintritt. Andrerseits fragten wir unsere Freunde in Athen und Leute, die wir trafen, wo denn die Milliarden hingehen, die aus Deutschland und den andern EU-Ländern gezahlt worden seien. Nein, ihnen sei nichts ausbezahlt worden, im Gegenteil, ihre Löhne, Gehälter und Renten seien erheblich gekürzt worden. Die griechische Wirtschaftsleistung sei im letzten Halbjahr um 5% geschrumpft, lese ich – also können die Milliarden auch wohl kaum in die Förderung der griechischen Wirtschaft geflossen sein. Da seien in erster Linie die Schulden, die abbezahlt werden müssten, heißt es, notfalls mit neuen Schulden, die der griechische Staat aufnehmen muss.
Das bedeutet aber doch nichts anderes als dass die Milliarden, die Griechenland erhält nirgends anders hingeleitet werden als in die Kassen der europäischen und internationalen  Banken, die doch gerade das Land in die Krise getrieben haben. Ein tolles Geschäft! finden manche der erfolgreichen Finanzmanager, sie treffen sich dann irgendwo auf einer abgelegenen Insel und überlegen, welchen Staat sie als nächsten dran nehmen.

Donnerstag, 7. Juli 2011

diario III

Als ich Zeit hatte, 
das heißt nach meiner Pensionierung, 
gab ich den ersten Teil meiner Tagebücher, 
von 1962 - 1968, als Buch heraus 
und schenkte es an Freunde.
Hier nun das dritte der "blauen Bücher"

III                                           21.VI.63

Aber erweckten sie uns, die unendlich Toten, ein Gleichnis,
siehe, sie zeigten vielleicht auf die Kätzchen der leeren
Hasel, die hängenden, oder
meinten den Regen, der fällt auf dunkles Erdreich im Frühjahr.
                                    Rilke, 10. Duineser Elegie

Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
Nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
Doch ist mir einst das Heilge, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen,

Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
Mich nicht hinabgeleitet; einmal
Lebt ich, wie Götter, und mehr bedarfs nicht.
                                               Hölderlin

                                               26.VI.63
              Angst
Mond steigt langsam wie gefangen
hinter schrägen Gittern abwärts
in den weiten Turm der Wolken...

Lange bleibt sein Rücken
in den vagen Fenstern....

Gleitet weich wie Eiweiß
durch die Wolkenzähne...

                                               Bonn 5.9.63
Eine Erkenntnis, eine Erfahrung muss in den schwersten Augenblicken weiterhelfen: dass alle Zustände des Lebens vorübergehen. Man muss die Stunden der Nacht einfach durchwarten. Meistens sind die Ursachen, die eine Wende bringen, so unscheinbar, dass man meint, diese vollziehe sich von selbst. Im Augenblick bin ich so ziel- und nutzlos, so unfähig und so leidend allein - Sicher: es wäre eine große Hilfe, wenn ich mit jemandem zusammen sein und auch nur über Alltägliches sprechen könnte, oder wenn ich gar eine tiefere Beziehung oder die tiefste zu einem andern hätte. Aber ist das nicht in jedem Fall etwas Unsicheres, wenn man sich auf Menschen stützt? Es müsste doch möglich sein, ganz in sich zu stehen oder sich in Systeme einzubauen, die unwandelbar sind und einen immer tragen. Es ist schwer zu leben und ich muss oft an den einen Gesichtszug Beethovens denken: die untere Lippe stark gegen die obere zu stemmen.

die Dinge dringen kalt in die Gesichte
und reißen sich der alten Bindung fort,
es gibt nur ein Begegnen: im Gedicht
die Dinge mystisch bannen durch das Wort.
                                               Gottfried Benn

Einfach zu arbeiten und zu leben, ohne nach dem Ziel und dem Wert zu fragen, das wird meine Aufgabe sein. Ich fange oft eine Arbeit mit sehr viel Eifer an, aber bald drängen sich Zweifel und Fragen auf, ob das denn überhaupt Sinn habe, was ich gerade tue, und meistens lege ich dann das gut Angefangene weg. Ich muss einsehen, dass das Arbeiten das Wichtige ist; was der Augenblick bietet und fordert, muss getan werden, so gut wie möglich. Der Wert der Arbeit und das Ziel des Lebens darf mich nicht bekümmern, denn an welchen Maßstäben sollte ich denn dies absehen. Der Mensch kann keinen Grund und kein Ziel für sein Dasein finden. Wir sind eben nicht notwendig hier, wir sind nur Ephemere.                                          

 9.9.63
              Aufstieg 
Tief ins Blau verzogen,
Dunst, entstiegen dem Tiefland
Gierig von der Sonne aufgesogen,
verdichtet zur Wolke:
du , Tantalos,
Wanderer im Zwischen,
getrieben vom mächtigen
Ringstrom des Westwinds
Tief ins Blau verzogen,
Dunst, entstiegen dem Tiefland,
Du, Tantalos, dunkler Rand
von Blau und Grün, eingesogen:

Wein der Sonne, lichte Poren
füllst du dunkel aufwärts
ihre Strahlen weithin zeigend.-
Du, früh zur Wolke geboren,

Endlich zur Wolke verdichtet
wanderst zwischen sieben
hin und eins, aufgeschichtet
zwischen Ruhenden 
- sind's Götter, Tiere? -
du, getrieben 
im Ringstrom des Winds.
                                              
<Un homme qui renonce au monde se met dans la condition de le comprendre.>
                                               Valéry sur Mallarmé
< La Beauté, c'est la mort, ou du moins quelque chose d'analogue; nuit blanche, inhumaine, semblable au ciel étoilé, dont les innombrables diamants brillants, inutiles et vains, et dont la beauté terrestre, symbolisée par Hérodiade, n'est que le pâle reflet, prêt à s'éteindre au premier contact, car elle n'existe pour ainsi dire que par son parfum qui la vêt comme un calice>                         Michaud <Mallarmé> 

 continua! weiter!
                                              
                            

Mittwoch, 13. April 2011

AKW Biblis A und B abgeschaltet - endgültig?

Welche Freude Die Blöcke A und B des AKW in Biblis sind abgeschaltet.
Wenn ich morgens aufstehe, geht mein Blick gen Westen, wo die Kühltürme gerade noch zu sehen sind, und ich bin beruhigt. 
Aber: Wie unsicher und gefährlich die Atomenergie, angefangen vom Uranbergbau  bis zur "End"lagerung ist, so unsicher und ungenau sind die Nachrichten, die seit dem 11.3. aus Fukushima kommen, und ebenso unsicher und unzuverlässig sind die Aussagen und Entscheidungen der Bundesregierung und der beiden Parteien, die sie tragen.
Werden die Versprechungen, dass wenigstens die 7 älteren AKW nach dem 3monatigen Moratorium nicht mehr ans Netz gehen, wirklich gehalten? oder sind am Ende die Lockungen und Dohungen der kapitalstarken Konzerne stärker? RWE, das in Biblis jahrelang das Atomgesetz von 2001 missachtet hat, indem es die zugeschriebene Restmenge durch alle möglichen Tricks (16 000 Dübel austauschen u.ä.) künstlich in die Länge zog, nur um über die jeweils anstehenden Wahlen hinweg zu kommen, beruft sich jetzt auf das geänderte Gesetz von 2010, in dem die Laufzeitverlängerung geschenkt wurde, und droht mit Prozessen.
Wie schön, wenn wir uns auf die Aussagen der Bundesregierung verlassen könnten!
Da das aber nicht so ist, gehen wir am 25. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl, am Ostermontag, alle nach Biblis oder Neckarwestheim oder Philippsburg oder sonstwo - wir sind um 12.00 in Biblis!
Eine der Drohungen, mit denen die Stromkonzerne und ihre politischen Fürsprecher uns ständig Angst machen wollen, ist die Ankündigung sehr viel höherer Strompreise oder auch die Prophezeiung von "Stromlücken", die durch Importe gedeckt werden müssten. Oder es müssten Milliarden aufgewendet werden um Alternativen zu schaffen, dabei wird gern die kostspielige Investition in Offshore-Windparks und ihre Anbindung ans Stromnetz als einzige Möglichkeit hingestellt. Warum nicht die viel billigeren und einfacher zu bauenden Windräder auf dem Land, z.B hier in Südhessen oder Nordbaden, wo man bisher weit und breit kein einziges Windrad sieht.
Eine Beispielrechnung: Von unseren Windkraft-Beteiligungen greife ich ein Beispiel vom Vogelsberg heraus, weil mir davon die Daten vorliegen. Von 6 Windrädern a 500kW (neuere Anlagen leisten 2-3 MW, also das Vier- bis Sechsfache) in Helpershain wurden im 10jährigen Durchschnitt 5 285 700kWh/Jahr erzeugt, berechnet auf einen Kommanditanteil von 5000DM/2556,46€ sind das 9850kWh pro Jahr, das ist mehr als das Sechsfache unseres durchschnittlichen Jahresverbrauchs (1600kWh im Haus mit 2 Personen).
Sicher wird in Küstennähe oder Offshore aufgrund der Windleistung mehr Strom erzeugt, d.h. aber doch nicht - und das soll mein Beispiel zeigen - dass Windräder im Binnenland unsinnig sind. Sie entsprechen aber eher den Möglichkeiten von Bürgerbeteiligung, während die Anlagen im Meer so viel Kapital erfordern und auch bringen, dass sie vor allem für große Konzerne interessant sind.
Damit blieben die alten Strukturen erhalten: Stromproduktion, Netzagentur, Strompreise in der Hand der großen : E.ON, Vattenfall, RWE.

https://www.bund.net/bundnet/themen_und_projekte/atomkraft/energiewende_jetzt/jetzt_mitmachen/

Montag, 21. März 2011

Aktionstag in Biblis am Ostermontag, 25.4.2011 um 12.00

28.März 1979 Three Mile Island, Harrisburg/USA
26. April 1986 Tschernobyl, Ukraine, damals SU
11.März 2011 Fukushima, Japan
Deshalb: am 25.4.2011 kommt alle nach Biblis
 
12 Uhr: Sternmarsch gegen Atomkraft
Wir treffen uns an 4 Sammelpunkten in Biblis:
• Süd: Sporthalle an der B44
• West: Riedsee (von der L3261)
• Nord: Rewe, Kreuzung L3261/B44

Montag, 14. März 2011

Fukushima, 11.März 2011

Fukushima –  meine Fragen

Am Freitag, den 11.März2011 wurde Japan von einer verheerenden Naturkatastrophe heimgesucht, die sich aber noch mehr zu einer von Menschenhand gemachten, nämlich atomaren Katastrophe entwickelt.
Die Menschen in Japan werden sich die Fragen, die mir durch den Kopf gehen, jetzt nicht stellen können, soweit es ums unmittelbare Überleben und um die Trauer um Verstorbene geht. Wir hier, die wir aus sicherer Distanz unmittelbar keine Hilfe und keine Ratschläge geben können, müssen uns die Fragen stellen:
  • ·         Wie kommt es, dass ein Land, in dem als einzigem im August 1945 durch eine verbrecherische Regierung (Truman, USA) Atombomben auf zwei Großstädte geworfen wurden, an deren Spätfolgen noch heute viele Menschen leiden - wie kommt es, dass dieses Land sein eigenes Gebiet mit 54 Atomkraftwerken und deren permanent  erzeugten radioaktiven Abfallstoffen verseucht hat, angeblich weil das Land rohstoffarm ist?
  • ·         Wie kommt es, dass eine Bevölkerung, die das Gedenken an die Opfer von Hiroshima und Nagasaki kontinuierlich pflegt,  gegen diese Politik der Atomwirtschaft keine starke soziale Bewegung entwickelt hat, obwohl die Schädigung durch radioaktive Stoffe immer deutlicher geworden ist?
  • ·         Wie kommt es, dass ein Land, das als hochentwickelt gilt mit sehr ausgeprägter technischer Intelligenz und auch hohem kulturellem Niveau  sich so wenig in der Lage gezeigt hat, alternative Energiequellen, die die Natur des Landes bietet und die viel weniger erdbebenanfällig sind, zu entwickeln und zu nutzen: Wind, Sonne, Biogas, Gezeiten u.a.?
Für die gegenwärtige Katastrophe, deren Ausmaß immer noch nicht genau absehbar ist, kommen diese Fragen zu spät, werden aber hoffentlich nach einer Phase der notdürftigen Wiederherstellung dringend gestellt.
  • ·         Schließlich, was uns betrifft
Was denken sich bei uns hier Menschen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, die nach kurzem Luftholen wieder die Sprüche von eh und je hervorholen:
- Unsere AKW sind sicher, obwohl die vielen mehr oder weniger gravierenden Störfälle das Gegenteil beweisen.
- In Mitteleuropa kann das ja überhaupt nicht passieren, weil wir kein Erdbebengebiet und Zunamis völlig ausgeschlossen sind. In Japan hat es bisher auch zwar Erdbeben, aber nie ein so starkes gegeben, außerdem sind andere, nicht vorhersehbare Katastrophen (Flugzeugabstürze, Terroranschläge) durchaus reale Fakten.
- Aus diesem Kreis von Menschen gibt es immer noch einige, die behaupten, wir in Deutschland könnten solche Katastrophen beherrschen und auch die Endlagerung von radioaktiven Abfällen für Tausende von Jahren würde man noch in den Griff bekommen; wenn das nicht so wäre, würde man alle AKW ja sofort abschalten.
- Es ist zwar erwiesen, dass es möglich wäre, bei einiger wissenschaftlicher und ökonomischer Anstrengung und  - entsprechender politischer Einsicht  - alle AKW und auch die Kohlekraftwerke durch regenerative Energie zu ersetzen, aber viele Menschen finden  z.B. Windräder hässlich, deshalb dürfen solche z.B. in Südhessen, das vom AKW Biblis beherrscht wird, nicht aufgestellt werden, obwohl auch hier ausreichend Wind vorhanden wäre.

Ich hoffe, dass die schreckliche Katastrophe in Japan wenigstens die gute Folge hat, dass mehr Menschen, hier und anderswo, auch in CDU und FDP, wirklich anfangen, nachzudenken.

Montag, 7. März 2011

Griechische Zwangsarbeiter in Bensheim-Auerbach

Am 22.2.2011 stellte ich auf Einladung zum Gedenktag an die Ermordung von Sophie und Hans Scholl vor einer Schülergruppe der "Geschwister-Scholl-Schule" mein Buch über die griechischen Zwangsarbeiter in Bensheim-Auerbach vor, in Anwesenheit der Kollegin und einer Kollegin aus Amiens, die zufällig bei uns zu Besuch war. Damit kam ich der Aufforderung nach,  die im Titel des Buches mitschwingt.


Der Autor ist 1943 in Saarlouis geboren und dort aufgewachsen. Er studierte in Bonn, Paris, München Alte Sprachen und Archäologie, Geschichte und Philosophie, promovierte über Platon, unterrichtete an einer Gesamtschule und am altsprachlichen Gymnasium in Darmstadt, wo er einen Schüleraustausch mit einer Schule in Rom und einen in Athen initiierte.
Die Arbeit der Projektgruppe zur Zwangsarbeit der Griechen in Bensheim-Auerbach verfolgte er von Anfang an aus nächster Nähe. Bei den Besuchen der ehemaligen Zwangsarbeiter entwickelte sich auch privat zu den Griechen ein freundschaftliches Verhältnis, was sich auch bei Besuchen in Athen intensivierte.
So konnte er in Níkaia/Athen an Ort und Stelle der Razzia vom 17.8.1944 mehrmals tiefer gehende Erfahrungen und Informationen über das Thema dieser Arbeit gewinnen.

Hg. Geschichtswerkstatt "Jakob Kindinger"e.V. Bensheim.
Herstellung Kurt Gioth - Printlogistik <Kurt@Gioth.de>
ISBN: 978-3-9812640-0-5
Bensheim 2008. Preis 12,90.  
Zu beziehen in Buchhandlungen der Region
oder  beim Autor (j.u.h.krae@t-online.de)

Bei einem Besuch in Athen im April 2007 erhielten wir, meine Frau und ich, bei einem Empfang beim Bürgermeister von Níkaia und seiner Vertreterin die Gedenkmedaille, die ich auf dem Buch abbildete. Ein anderes Exemplar wurde dem Bürgermeister von Bensheim ausgehändigt, zugleich mit der Übersetzung des Begleittextes:


Übersetzung der Gedenkmedaille zu „60 Jahre Razzia von Kokkiniá“ (JK)

Innenseite: Φως στην πόλη που φώτισε τη λευτεριά    „Licht für die Stadt, welche die Freiheit erleuchtete“

BeizettelΔήμος Νίκαιας   „ Gemeinde Nikäa“
(früher „Kokkiniá“, Vorstadt im SW Athens, Anm. JK)
                60 χρόνια απο το μπλόκο της Κοκκινιάς 
              „60 Jahre nach der Razzia von Kokkiniá“

Linke Seite: (Zusammenfassung)

Die Künstlerin Klara Zacharáki Georgíou, in Leros geboren, in Athen aufgewachsen, auf Zypern lebend und arbeitend, schlug der Gemeinde von Níkäa vor, zum 60. Gedenktag des 17.August 1944 eine Gedenkmedaille zu Ehren der Getöteten zu prägen. In ihrer eigenen Familie hatte sie mehrere Opfer des Widerstandes zu beklagen.

Rechte Seite: (Übersetzung)

„Am 17 August 1944 führten die deutschen Besatzungstruppen und ihre örtlichen Kollaborateure in Kokkiniá eine der größten Razzien der Besatzungszeit durch. Auf dem Platz „Osias Xénis“ versammelten sie die ganze männliche Bevölkerung über 15 Jahre. Denunzianten und Verräter zeigen Hunderte von patriotischen  Kämpfern an, die an der Mauer der Teppichfabrik neben dem Platz erschossen werden. Am gleichen Tag nehmen die Deutschen 8000 Männer aus Kokkiniá und führen sie in die Kaserne nach Xaidári. Von ihnen wurden 1800 Personen in Konzentrationslager* nach Deutschland gebracht.
Die Mauer, wo die Widerstandskämpfer erschossen wurden, wurde sofort zu einem Ort des Gedenkens, Symbol des Blutzolls, den Kokkiniá zahlte. Heute, 60 Jahre danach, trägt dieser heilige Ort immer noch von Generation zu Generation, mitten in ihren traurigen Mauern, den Gedanken des Widerstandes weiter.“

* das war die Gruppe, die zum Flughafenbau nach Biblis, bzw. 130 von ihnen, nach Bensheim-Auerbach gebracht wurden; 13 von ihnen liegen an der Mauer des Auerbacher Bergfriedhofs, Anm. JK


Auszüge aus dem Buch
Interview mit Michalis Skordokopanes
 

Kirchbergmorde

Sonntag, 28. November 2010

Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an
die Kirchbergmorde am 24.3.1945
Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist,
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt    B.Brecht

Die Grüne Liste Bensheim (GLB) lädt alle Interessierte ein:
·       am Sonntag, den 14.11.1910, Volkstrauertag
·       zum Gedenkstein für die Opfer der Naziherrschaft auf dem Kirchberg
·       Treffpunkt: 10.45 am Anfang des Brunnenwegs zum gemeinsamen Aufstieg


Programm:
 musikalische Einleitung mit einem Andante von Georg Philipp Telemann
  Begrüßung durch Rainer Ottiger, Sprecher der GLB
 Gedichtvortrag: Bert Brecht, aus einem Gedicht von 1934
  Redebeitrag von Rainer Ottiger
  Musikalisches Intermezzo mit einer Meditation von Hermann Regner
  Aus den Interviews mit jüdischen Kindern in Polen, hier Estera Borensztain
  Gedichtvortrag: Paul Celan, Espenbaum, 1945
  musikalischer Abschluss mit einem Allegro von Johann Joachim. Quantz
Die musikalischen Beiträge werden gestaltet von Hannelore Schmanke und Hannah und Leonie Müller. Hannah und Leonie tragen auch die Texte vor.

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